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Werknorm

Standard-Rohrlaserbearbeitung (Ausgabe 11/2026)

Version 2.3 · Stand 04.11.2026

Die nachfolgend aufgeführten Merkmale stellen unsere Standard-Bearbeitung dar. Sie gelten immer dann, wenn in Angebot oder Auftragsbestätigung keine abweichenden Anforderungen schriftlich vereinbart sind. Bitte sprechen Sie uns jederzeit auf Ihre speziellen Anforderungen an. Die Erfüllung Ihrer Ansprüche ist unser Ansporn.

1. Geltungsbereich

Diese Werknorm gilt für die Laserbearbeitung von geschlossenen Profilen mit rechteckigem, quadratischem oder rundem Querschnitt bis zu einem Durchmesser bzw. Hüllkreis von 255 mm und einer Fertigteillänge bis 5.880 mm. Für alle anderen Profile müssen die Fertigungstoleranzen gesondert vereinbart werden.

Größere Profile, Teile über 5.880 mm Länge sowie Träger und offene Profile fertigen wir auf unserer XXL-Rohrlaseranlage. Hierfür gilt die Werknorm XXL-Rohrlaserbearbeitung. Maßgeblich ist stets die im Angebot oder in der Auftragsbestätigung genannte Werknorm.

Rangfolge: Schriftlich bestätigte Vereinbarungen im Angebot oder in der Auftragsbestätigung gehen dieser Werknorm vor. Toleranzangaben auf Kundenzeichnungen – insbesondere Allgemeintoleranzen nach DIN ISO 2768 im Schriftfeld – gelten für die Laserbearbeitung nur, wenn sie im Angebot ausdrücklich bestätigt wurden. Ergänzend gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

2. Bearbeitungsbereich

MerkmalStandard-Bearbeitungsbereich
Durchmesser bzw. Hüllkreisbis 255 mm
Kleinster Durchmesser RundrohrØ 12 mm
Kleinste Abmessung Quadrat- und Rechteckrohr10 × 10 mm
Maximale Fertigteillänge5.880 mm
Maximale Stangenlänge6.500 mm
Maximales Bundgewicht2 t
Maximale Wandstärke Baustahl10 mm
Maximale Wandstärke Edelstahl6 mm
Maximale Wandstärke Aluminium5 mm

3. Toleranzen Laserbearbeitung

Es gelten folgende Fertigungstoleranzen für das Laserschneiden, wenn nicht abweichend darauf hingewiesen wurde. Alle Lagetoleranzen gelten zuzüglich der zulässigen Maß- und Formabweichungen des Vormaterials (siehe 3.3).

Toleranzen Laserbearbeitung

3.1 Lage- und Längenmaße

MerkmalToleranz
Lagetoleranz in X-Achse (Konturen zueinander)± 0,3 mm
Lagetoleranz in Y-Achse bei Rechteckrohren und Rohren mit nicht kreisförmigem Querschnitt± 0,3 mm
Fertigteillänge bis 2.000 mm± 0,5 mm
Fertigteillänge über 2.000 bis 5.880 mm± 1,0 mm
Rechtwinkligkeit des Trennschnitts zur Profillängsachse± 0,5°

Die Werte gelten bei einer Bauteil- und Messmitteltemperatur von 20 °C. Gemessen wird am frei und eben aufliegenden Teil.

3.2 Konturmaße

Für Bohrungsdurchmesser, Langlöcher und Ausschnittmaße, gemessen auf der Strahleintrittsseite (Profilaußenseite), gilt eine Toleranz von ± 0,2 mm bis 4 mm Wandstärke und ± 0,3 mm bei größeren Wandstärken.

Mindestbohrungsdurchmesser: 0,8 × Wandstärke. Bohrungen mit Passungsanforderung (z. B. H7) und Gewindekernlöcher werden nicht im Laserprozess maßhaltig hergestellt und erfordern eine mechanische Nachbearbeitung, die gesondert anzubieten ist.

3.3 Einfluss des Vormaterials

Grundsätzlich sind die Herstelltoleranzen der Rohre (z. B. DIN EN 10219, DIN EN 10305-5) gültig. Die darin definierten Parameter hinsichtlich

  • Eckradien,
  • Verdrillung,
  • Krümmung,
  • Wandstärke usw.

haben direkten Einfluss auf die Rohrlaserbearbeitung.

Abweichungen der Laserkonturen, die aus zulässigen Toleranzen des Vormaterials resultieren, sind kein Reklamationsgrund!

4. Richten

Die Rohre können sich aufgrund der thermischen Einwirkung beim Laserschneiden verformen, insbesondere wenn eine unsymmetrische Bearbeitung bezüglich der Profillängsachse erfolgt (z. B. langer Schlitz auf nur einer Seite eines Profils). Die mögliche Verformung ist von folgenden Faktoren abhängig:

  • Materialeigenspannung,
  • Intensität der Laserbearbeitung,
  • Werkstoff (Edelstähle neigen dazu, sich stärker zu verformen).

Die Geradheit des Fertigteils entspricht der zulässigen Geradheit des Vormaterials nach Produktnorm zuzüglich des prozessbedingten Verzugs. Eine darüber hinausgehende Geradheit wird nicht zugesichert.

Die gelaserten Profile werden standardmäßig nicht gerichtet!

5. Spritzer, Schlacke und Laserrückstände

Bei der Laserbearbeitung entstehen Spritzer- und Schlackerückstände, die sich auf der Rohrinnenseite festsetzen bzw. einbrennen können. Zusätzlich können auf der dem Schnitt gegenüberliegenden Rohrwand Strahl- und Brandspuren entstehen. Wenn nicht ausdrücklich im Angebot darauf hingewiesen ist, weisen die Teile Spritzer- und Schlackerückstände auf.

Die Menge an Spritzer- und Schlackerückständen ist abhängig von:

EinflussgrößeAuswirkung
Innendurchmesser des RohrsJe größer der Durchmesser, desto geringer die Rückstände
Wanddicke des RohrsJe größer die Wanddicke, desto mehr Rückstände

Auf Wunsch kann eine Vorbehandlung der Profile angeboten werden, sodass die Teile nach dem Lasern leicht von Spritzer- und Schlackerückständen gereinigt werden können. Bei Aluminiumrohren ist mit einem deutlichen Schneidstaubbefall im Inneren zu rechnen.

Medienführende Rohrleitungen aus Edelstahl
Werden Edelstahl-Rundrohre als medienführende Rohrleitungen eingesetzt (z. B. in der Lebensmittel-, Pharma- oder Verfahrenstechnik), ist in der Regel eine schlacke- und spritzerfreie Rohrinnenfläche erforderlich. Diese Ausführung bieten wir auf Wunsch an. Bitte geben Sie diese Anforderung bereits in der Anfrage an und sprechen Sie uns an – wir stimmen das geeignete Verfahren mit Ihnen ab.

Rohre werden standardmäßig nicht vorbehandelt und nicht gereinigt!

6. Lage der Rohr-Schweißnaht

Wenn eine definierte Lage der Schweißnaht bzgl. der Laserkontur gewünscht wird, so muss in der Anfrage darauf ausdrücklich hingewiesen werden. Bitte stellen Sie eine PDF-Datei mit Lage der Schweißnaht zur Verfügung.

Lage der Schweißnaht

Rohre werden standardmäßig nicht mit definierter Schweißnahtlage gelasert!

7. Laserschnitt

Stahlrohre werden standardmäßig mit Sauerstoff (O2) geschnitten. Edelstahlrohre und Aluminiumrohre werden standardmäßig mit Stickstoff (N2) geschnitten. Der Laserschnitt erfolgt standardmäßig senkrecht zur Profilaußenfläche.

Laserschnitt
Werknorm Rohrlaserbearbeitung Zeichnung

Schrägschnitte werden ausdrücklich im Angebot benannt. Die Winkeltoleranz für Schrägschnitte beträgt ± 1,0°.

Schneidkonturen müssen – wie in der Zeichnung dargestellt – einen Mindestabstand von 0,5 mm zur Innenfläche der angrenzenden Profilwand einhalten.

Laserschnitt

Schnittflächenqualität nach DIN EN ISO 9013: Rechtwinkligkeits- und Neigungstoleranz u Bereich 3, gemittelte Rautiefe Rz5 Bereich 3.

An Einstech- und Endpunkten der Kontur entstehen prozessbedingt kleine Ansatzmarken. Beim Sauerstoffschnitt entsteht auf der Schnittfläche eine Oxidschicht, die vor einer Beschichtung (z. B. Pulverbeschichtung, KTL, Feuerverzinkung) in der Regel entfernt werden muss.

8. Schneidgrat

Grundsätzlich bemühen wir uns um eine gratarme Laserbearbeitung, jedoch ist nicht bei allen Werkstoffen ein gratarmer Schnitt möglich. Mit einem stärkeren Schneidgrat ist zu rechnen:

WerkstoffStärkerer Schneidgrat ab Wandstärke
Baustahl10 mm
Edelstahl6 mm
Aluminium2,5 mm; über 3 mm immer deutlicher Schneidgrat
Verzinkte Rohre3 mm
Kupfer3 mm
Messing3 mm

Rohre werden standardmäßig nicht entgratet!

9. Materialbeistellung durch den Kunden (Kundenmaterial)

Der Kunde kann nach vorheriger Absprache Material selbst frei Haus beistellen. Die Möglichkeit der Materialbeistellung muss in unserem Preisangebot extra ausgewiesen sein. Die Materialanlieferung muss mindestens 2 Arbeitstage vorher schriftlich mit folgenden Angaben avisiert werden:

  • Materialabmessung, Werkstoff,
  • Anzahl Bunde,
  • Gesamtgewicht der Ladung.

Wenn keine anderweitigen Vereinbarungen getroffen wurden, beträgt die Stangenlänge (Herstelllänge) 6 m.

Die maximale Stangenlänge, die verarbeitet werden kann, beträgt 6,5 m!
Das maximale Gewicht pro Bund darf 2 t nicht überschreiten!

Kundenmaterial muss der vereinbarten Spezifikation entsprechen und frei von Beschädigungen sein. Prozessbedingte Restlängen sind bei der Materialmenge zu berücksichtigen. Restlängen und Schrott werden nach Vereinbarung zurückgeliefert oder verschrottet. Für Ausschuss, der auf Mängel des beigestellten Materials zurückzuführen ist, übernimmt RS-Metall keine Haftung.

10. Material- und Oberflächenbeschaffenheit

Handlings- und Bearbeitungsspuren
Alle unsere Standard-Rohrlaseranlagen sind mit der Option „kratzerfreie Bearbeitung“ ausgestattet. Jedoch sind Bearbeitungsspuren durch das Durchschiebefutter und das Ausschleusen prozessbedingt nicht vermeidbar. Oberflächenkratzer sind kein Reklamationsgrund, wenn nicht eine gesonderte Vereinbarung zur Oberflächenbeschaffenheit getroffen wurde. Die Teile werden standardmäßig nicht nachträglich geschliffen. Auf Wunsch kann ein zusätzliches Schleifen (nass oder trocken) der Profilaußenfläche (Rechteck oder Rund) angeboten werden.

Korrosion/Rost
Bei Stahlbau-Hohlprofilen nach DIN EN 10219 und DIN EN 10210 kann leichter Oberflächenrost (keine Beeinträchtigung der Wandstärke) des Grundmaterials nicht ausgeschlossen werden. Dies stellt eine charakteristische Eigenschaft des Materials dar und ist kein Grund zur Beanstandung. Auf Wunsch kann ein gestrahltes Vormaterial oder ein nachträgliches Strahlen des Bauteils angeboten werden.

Seine Rostfreiheit verdankt der Edelstahl einer dünnen Passivschicht auf der Oberfläche. Um eine mögliche Korrosion des Edelstahls nach dem Laserschneiden zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Laserteile aus Edelstahl nachträglich zu passivieren. Dabei entsteht durch Passivierungschemikalien oder auf natürlichem Weg mit Sauerstoff, der relativen Luftfeuchtigkeit und einem Chromgehalt des Edelstahls über 10 % wieder eine selbstregenerierende Schutzschicht auf der Oberfläche. Lasergeschnittene Edelstahlteile können im Bereich der Laserzonen rosten! Edelstahl-Laserzuschnitte werden standardmäßig nicht passiviert oder nachbearbeitet. Auf Wunsch kann eine entsprechende Nachbehandlung angeboten werden.

Beölung und Farbkennzeichnung
Standardmäßig werden Stahlprofile vom Herstellerwerk beölt ausgeliefert. Die Beölung kann nach Herstellerwerk stark schwanken. Eine zu hohe oder zu niedrige Beölung ist kein Reklamationsgrund. Einige Herstellerwerke kennzeichnen Profile am Stangenende mit einer Farbkennzeichnung durch Besprühen mit Farbe (z. B. Kennzeichnung S355 oder spezieller Stahlsorten). Farbkennzeichnungen am Bauteil sind kein Reklamationsgrund.

11. Kennzeichnung und Verpackung

Teile werden standardmäßig nicht einzeln gekennzeichnet. Eine Teilekennzeichnung (z. B. Lasergravur der Positionsnummer) ist auf Wunsch möglich; die Position auf dem Bauteil legt RS-Metall fest, sofern nicht anders vereinbart.

Als Standardverpackung verwenden wir je nach Teilegröße und Menge:

  • Gitterboxen,
  • Euro-Paletten,
  • Einwegpaletten mit Sonderformat,
  • Bunde,
  • Big-Packs.

Die Wahl der Verpackung liegt bei RS-Metall, sofern nicht anders vereinbart. Leichte Transport- und Handlingsspuren sind kein Reklamationsgrund. Eine Sonderverpackung bieten wir auf Wunsch an.

12. Prüfung, Dokumentation und Reklamation

RS-Metall prüft die Teile im Rahmen der Fertigung nach eigenem Prüfplan. Messprotokolle, Erstmusterprüfberichte und Werkstoffzeugnisse (z. B. 3.1 nach DIN EN 10204) werden nur geliefert, wenn sie bei der Bestellung vereinbart wurden. Gleiches gilt für eine chargenbezogene Rückverfolgbarkeit bis zum Einzelteil.

Die Ware ist nach Erhalt unverzüglich zu prüfen. Es gelten die Untersuchungs- und Rügepflichten nach § 377 HGB sowie unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Bearbeitete oder verbaute Teile können nur nach vorheriger Abstimmung reklamiert werden.

Sie haben Fragen zu Ihrem Projekt? Wir beraten Sie gerne. Nehmen Sie jetzt Kontakt zu uns auf!

RS-Metall bietet noch viel mehr als CNC-Rohrbiegen

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RS-Metall ist Ihr Fachbetrieb für die Bearbeitung von Bauteilen aus Blech und Rohr. Als Lohnfertiger für alle Branchen sind wir mit mehreren TÜV-Zertifikaten ausgezeichnet, die unsere qualitativ saubere und zufriedenstellende Arbeit belegen. Unsere Zertifikate:

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RS Metall Zertifikat DIN EN 9001-2015

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RS Metall Zertifikat DIN EN 1090-2 EXC2

RS Metall Zertifikat DIN EN 1090-3 EXC1

RS Metall Schweisszertifikat DIN EN 1090-2

RS Metall Schweisszertifikat DIN EN 1090-3

Logo TÜV Süd QM System DIN ISO 9001
Logo TÜV Rheinland zertifiziert Zertifizierter Schweissfachbetrieb für Stahl- und Aluminiumtragwerke EN 1090 EXC 1+2
Logo EN 15085-2 Schweissen von Schienenfahrzeugen und -fahrzeugteilen

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